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Als Familie gemeinsam gesund: Essen, Bewegung und Schlaf

Gesunde Gewohnheiten gelingen am leichtesten, wenn die ganze Familie mitmacht. Kinder und Jugendliche, die mindestens dreimal pro Woche mit der Familie essen, essen in Studien gesünder und haben eine um 12 % geringere Chance für Übergewicht. Dazu kommen Bewegung, die allen Spaß macht, feste Schlafenszeiten und klare Regeln für Bildschirme – für Groß und Klein.

  • Beealth-Redaktion
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  • 8 Quellen

Warum es gemeinsam leichter ist

Was im Kühlschrank steht, wie der Abend abläuft und wie über Essen gesprochen wird, prägt alle in der Familie. Deshalb setzen Fachleute bei Kindern mit Übergewicht nicht auf Regeln für das Kind allein, sondern beziehen die ganze Familie ein (S3-Leitlinie zur Adipositas im Kindes- und Jugendalter). Für Erwachsene gilt dasselbe: Gesunde Gewohnheiten fallen leichter, wenn alle mitziehen und nicht einer allein verzichtet.

Das Schöne daran: Niemand muss auf Diät. Es geht um kleine Veränderungen, die allen guttun – mehr Gemüse, Wasser als Durstlöscher, mehr Bewegung, mehr Schlaf. Kinder lernen sie nebenbei, weil sie die Großen dabei sehen (Vorbild).

Ein guter Anfang ist der Einkauf: Was zu Hause griffbereit liegt, wird gegessen. Stellt eine Obstschale auf den Tisch, legt geschnittenes Gemüse im Kühlschrank nach vorn und kauft Süßes und Knabberzeug in kleinen Packungen und für besondere Gelegenheiten. Eine Einkaufsliste, die ihr gemeinsam schreibt, spart Diskussionen im Laden – und Kinder, die mit aussuchen, probieren eher Neues.

Gemeinsame Mahlzeiten: der stärkste Hebel

Eine Auswertung von 17 Studien mit rund 183.000 Kindern und Jugendlichen (Hammons und Fiese, 2011) fand: Wer mindestens dreimal pro Woche mit der Familie isst, hat eine um 12 % geringere Chance für Übergewicht, isst seltener Ungesundes (minus 20 %) und häufiger Gesundes (plus 24 %). Die Chance für gestörtes Essverhalten war um 35 % geringer.

Es muss nicht das Abendessen sein und auch kein aufwendiges Menü – ein gemeinsames Frühstück am Wochenende zählt genauso. Wichtig ist die Atmosphäre (Familientisch):

  • Ohne Bildschirm: Fernseher aus, Handys weg – auch die der Großen.
  • Ein Gericht für alle: Kinder essen dasselbe wie die Erwachsenen, nur in kleineren Portionen. Extra-Kindermenüs sind nicht nötig (Kinderportionen).
  • Schüsseln auf den Tisch: Alle nehmen sich selbst – so lernen Kinder, auf ihren Hunger zu hören.
  • Gute Gespräche: Was war heute schön? Worauf freust du dich? Gewicht, Figur und Diäten sind kein Thema am Tisch.

Plant die Woche gemeinsam: Wenn Kinder ein Gericht aussuchen und mitkochen dürfen, essen sie es lieber. Im Familienbereich von Beealth könnt ihr Rezepte für einzelne Tage vorschlagen und darüber abstimmen; die Eltern entscheiden. Ideen findet ihr unter Abendessen, Suppen und Eintöpfe oder Meal-Prep.

Bewegung, die allen Spaß macht

Kinder und Erwachsene brauchen unterschiedlich viel Bewegung – Kinder deutlich mehr. Die Empfehlungen der WHO im Überblick:

Bewegung: Empfehlungen der WHO nach Alter
AlterMindestenspro WocheDazu
1 bis 4 Jahre180 Min. am Tag1.260 Min.jede Art von Bewegung, über den Tag verteilt; ab 3 Jahren davon mindestens 60 Minuten moderat bis intensiv
5 bis 17 Jahre60 Min. am Tag420 Min.moderat bis intensiv; an 3 Tagen pro Woche auch intensiv sowie Übungen für Muskeln und Knochen
18 bis 64 Jahre150 Min. pro Woche150 Min.oder 75 Minuten intensiv; dazu an 2 Tagen Krafttraining
ab 65 Jahren150 Min. pro Woche150 Min.wie Erwachsene; dazu an 3 Tagen Gleichgewicht und Kraft

Empfehlungen der WHO (2019 für Kinder unter 5 Jahren, 2020 ab 5 Jahren); für 1- und 2-Jährige zählt jede Intensität. Die deutschen Bewegungsempfehlungen (2016) nennen für Schulkinder und Jugendliche sogar 90 Minuten am Tag. Werte des Bewegungs-Rechners von Beealth.

Für Familien heißt das: Gemeinsame Bewegung hilft allen, und die Kinder brauchen zusätzlich Zeit zum Toben. Gute Ideen sind Wege zu Fuß oder mit dem Rad statt mit dem Auto, ein Ausflug am Wochenende, Schwimmen, Tanzen zu Lieblingsliedern im Wohnzimmer oder ein Fangspiel im Park (Bewegung mit Kindern). Wie nah ihr an den Zielen seid, zeigt der Bewegungs-Rechner – für Kinder und Erwachsene.

Bildschirmzeit lässt sich nicht verbieten, aber gut begrenzen. Die deutschen Bewegungsempfehlungen nennen für Kindergartenkinder höchstens 30 und für Grundschulkinder höchstens 60 Minuten Bildschirm in der Freizeit pro Tag. Feste Medienzeiten und bildschirmfreie Orte wie Esstisch und Schlafzimmer helfen mehr als tägliches Verhandeln (Bildschirmzeit).

Schlaf: ruhige Abende für alle

Alle in der Familie brauchen genug Schlaf, Kinder aber deutlich mehr als Erwachsene:

Wer braucht wie viel Schlaf?
Wer braucht wie viel Schlaf?Empfohlene Schlafdauer je Alter (AASM 2016, NSF 2015): Kleinkinder (1 und 2 Jahre) 11–14 Stunden; Kindergartenkinder (3 bis 5 Jahre) 10–13 Stunden; Schulkinder (6 bis 12 Jahre) 9–12 Stunden; Jugendliche (13 bis 17 Jahre) 8–10 Stunden; Erwachsene (18 bis 64 Jahre) 7–9 Stunden; Ältere (ab 65 Jahren) 7–8 Stunden.Kleinkinder (1 und 2 Jahre)11–14 hKindergartenkinder (3 bis 5 Jahre)10–13 hSchulkinder (6 bis 12 Jahre)9–12 hJugendliche (13 bis 17 Jahre)8–10 hErwachsene (18 bis 64 Jahre)7–9 hÄltere (ab 65 Jahren)7–8 h68101214Stunden je 24 Stunden

Empfohlene Schlafdauer je 24 Stunden: Kinder und Jugendliche nach der American Academy of Sleep Medicine (2016, bei Klein- und Kindergartenkindern mit Mittagsschlaf), Erwachsene nach der National Sleep Foundation (2015).

Feste Abendrituale helfen Kindern beim Einschlafen: Abendessen, Zähneputzen, Vorlesen, Licht aus – jeden Tag ähnlich. Bildschirme gehören am besten nicht ins Kinderzimmer. Wann dein Kind bei seiner Weckzeit ins Bett sollte, rechnet der Schlafbedarf-Rechner aus (Schlaf bei Kindern). Für Erwachsene lohnt sich das genauso – mehr dazu im Artikel Schlaf und Gewicht.

Wenn du als Elternteil abnehmen möchtest

Viele Eltern möchten selbst ein paar Kilo verlieren und fragen sich, wie das mit Kindern am Tisch gehen soll. Die Antwort: Du isst, was alle essen, nur in der Menge, die zu dir passt. Mehr Gemüse auf deinem Teller, ein Nachschlag weniger, Wasser statt Saft. Die Kinder essen ganz normal mit.

  • Kein Extra-Diätessen: Getrennte Teller für Mama oder Papa zeigen Kindern, dass Essen mit Verzicht zu tun hat.
  • Nicht über Gewicht reden: Sätze wie „Ich bin zu dick“ oder „Davon werde ich fett“ hören Kinder mit. Sprich lieber über Energie, Kraft und Genuss.
  • Kein Wiegen vor den Kindern: Die Waage ist dein Werkzeug, kein Familienritual.
  • Gemeinsam bewegen: Dein Spaziergang wird zum Familienausflug – Bewegung zählt für alle.

Gehören Großeltern, eine Tagesmutter oder ein zweiter Haushalt zum Alltag, hilft ein kurzes, freundliches Gespräch über eure wichtigsten Regeln – etwa Wasser als Durstlöscher und Süßes nicht als Belohnung. Perfekt muss es nirgends sein: Was zu Hause regelmäßig gilt, zählt mehr als eine Ausnahme am Wochenende.

Wie du als Erwachsene oder Erwachsener gesund abnimmst, erklärt der Artikel Kaloriendefizit verstehen. Abnehm-Ziele gibt es bei Beealth nur für Erwachsene; Kinderkonten sehen keine Körperdaten.

So startet ihr – ohne großen Plan

Fangt klein an und wählt gemeinsam eine Sache für die nächsten zwei Wochen. Wenn sie zur Gewohnheit geworden ist, kommt die nächste dazu (Gewohnheit):

  1. Woche 1 und 2: eine feste Familienmahlzeit mehr pro Woche, ohne Bildschirm.
  2. Woche 3 und 4: Wasser als Standardgetränk, Saft und Limo nur zu besonderen Anlässen.
  3. Woche 5 und 6: ein bewegter Familientermin pro Woche, etwa ein Ausflug oder Schwimmen.
  4. Woche 7 und 8: feste Schlafenszeiten und eine bildschirmfreie Stunde vor dem Zubettgehen.

Lobt euch für das, was klappt, statt euch über das zu ärgern, was nicht klappt. Im Familienbereich von Beealth könnt ihr euch kleine gesunde Aufgaben stellen, ein gemeinsames Journal schreiben und Belohnungen festlegen – die keine Süßigkeiten sein müssen (Essen als Belohnung).

Wenn Essen zum Streitthema wird

Wenn Mahlzeiten regelmäßig im Streit enden, dein Kind heimlich isst, Essen verweigert oder sich sehr mit seinem Gewicht beschäftigt, sprich mit der Kinderarztpraxis oder einer Beratungsstelle. Warnzeichen für Essstörungen ernst zu nehmen, ist keine Überreaktion (Warnzeichen einer Essstörung).

Das kannst du heute tun

  1. Bewegungsminuten der Familie prüfen

    Für Kinder und Erwachsene: Tragt die Minuten der Woche ein und vergleicht sie mit den WHO-Zielen – mit Ideen für fehlende Minuten.

    Bewegungsziel prüfen
  2. Ein Familienessen planen

    Sucht euch gemeinsam ein Gericht für diese Woche aus – und lasst die Kinder beim Kochen helfen.

    Rezepte fürs Abendessen
  3. Den Familienbereich kennenlernen

    Kleine gesunde Aufgaben, ein gemeinsames Journal und Abstimmungen über Mahlzeiten – Kinderkonten ohne Körperdaten.

    Familienbereich ansehen

Häufige Fragen

Wie oft sollte die Familie gemeinsam essen?

So oft es geht. Studien sehen ab etwa drei gemeinsamen Mahlzeiten pro Woche deutliche Vorteile: Kinder essen gesünder und haben seltener Übergewicht. Ein gemeinsames Frühstück zählt genauso wie das Abendessen.

Wie kann ich abnehmen, ohne dass meine Kinder eine Diät mitmachen?

Koch ein Essen für alle und passe nur deine eigene Portion an: mehr Gemüse, etwas weniger Beilage, Wasser statt Saft. Sprich nicht über Kilos und Verzicht, sondern über Energie und Genuss. So profitieren die Kinder von gesunden Gerichten, ohne dass es für sie um Gewicht geht.

Wie bekomme ich meine Familie zu mehr Bewegung?

Macht Bewegung zu gemeinsamer Zeit: Wege zu Fuß oder mit dem Rad, Ausflüge, Schwimmen, Tanzen oder Spiele im Park. Lasst die Kinder Aktivitäten aussuchen. Kleine, feste Termine pro Woche bringen mehr als ein großer Vorsatz.

Wie viel Bildschirmzeit ist für Kinder in Ordnung?

Die deutschen Bewegungsempfehlungen nennen für Kindergartenkinder höchstens 30 und für Grundschulkinder höchstens 60 Minuten Bildschirm in der Freizeit am Tag. Die WHO rät, unter 2 Jahren ganz darauf zu verzichten und Kindern von 2 bis 4 Jahren höchstens eine Stunde zu erlauben – weniger ist besser.

Was tun, wenn Kinder und Eltern unterschiedlich essen möchten?

Biete ein Gericht mit Bausteinen an, zum Beispiel Bowls, Wraps oder Ofengemüse, bei denen sich alle selbst zusammenstellen. Mindestens eine Zutat sollte jedes Kind mögen. So isst die Familie gemeinsam, ohne dass jemand extra kochen muss.

Quellen

  1. Hammons AJ, Fiese BH (2011): Is frequency of shared family meals related to the nutritional health of children and adolescents?. Pediatrics 127(6): e1565–e1574. Zur Quelle
  2. Berge JM, MacLehose R, Loth KA et al. (2013): Parent conversations about healthful eating and weight: associations with adolescent disordered eating behaviors. JAMA Pediatrics 167(8): 746–753. Zur Quelle
  3. Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA), DAG und DGKJ (2019): S3-Leitlinie Therapie und Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter. AWMF-Register Nr. 050-002, Fassung 2019.
  4. Bull FC et al. (2020): World Health Organization 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour. British Journal of Sports Medicine 54(24): 1451–1462. Zur Quelle
  5. World Health Organization (WHO) (2019): Guidelines on physical activity, sedentary behaviour and sleep for children under 5 years of age. Genf.
  6. Rütten A, Pfeifer K (Hrsg.) (2016): Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
  7. Paruthi S, Brooks LJ, D’Ambrosio C et al. (2016): Recommended Amount of Sleep for Pediatric Populations: A Consensus Statement of the American Academy of Sleep Medicine. Journal of Clinical Sleep Medicine 12(6): 785–786.
  8. Hirshkowitz M, Whiton K, Albert SM et al. (2015): National Sleep Foundation's sleep time duration recommendations: methodology and results summary. Sleep Health 1(1): 40–43.

Geschrieben von der Beealth-Redaktion auf Grundlage der oben genannten Quellen. Veröffentlicht am , zuletzt geprüft und aktualisiert am . Allgemeine Information – ersetzt keine ärztliche Beratung. So arbeiten wir

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