Schlaf bei Kindern
Schlaf ist bei Kindern kein Luxus, sondern Wachstums-, Lern- und Stoffwechselzeit – und ein oft unterschätzter Faktor für ein gesundes Gewicht. Die American Academy of Sleep Medicine (AASM) empfiehlt: Ein- bis Zweijährige 11 bis 14 Stunden, Drei- bis Fünfjährige 10 bis 13, Sechs- bis Zwölfjährige 9 bis 12 und Jugendliche 8 bis 10 Stunden je 24 Stunden. Viele Schulkinder und besonders viele Jugendliche schlafen an Schultagen weniger.
Der Zusammenhang mit dem Gewicht ist gut untersucht: Kinder, die dauerhaft zu wenig schlafen, haben in Übersichtsarbeiten ein deutlich höheres Risiko für Übergewicht – je nach Auswertung um rund die Hälfte bis fast doppelt so hoch. Die Mechanismen kennt man vor allem aus Studien mit Erwachsenen: Schlafmangel kann das Sättigungshormon Leptin senken, das Hungerhormon Ghrelin erhöhen, den Appetit auf Süßes und Fettiges steigern und tagsüber die Energie für Bewegung rauben.
Dazu kommt das Wachstumshormon, das vor allem im Tiefschlaf der ersten Nachthälfte ausgeschüttet wird. Wer regelmäßig zu spät ins Bett geht, verkürzt genau diese Phase.
Was Kindern beim Schlafen hilft: eine feste Zubettgeh-Zeit, auch am Wochenende (höchstens etwa eine Stunde Abweichung), ein immer gleiches Abendritual, Bildschirme mindestens eine Stunde vorher aus und nicht im Kinderzimmer, ein dunkles, kühles Zimmer, am Nachmittag keine koffeinhaltigen Getränke wie Cola oder Eistee (Energydrinks sind für Kinder ohnehin nicht geeignet) und tagsüber Bewegung im Freien – Tageslicht stellt die innere Uhr.
Bei Jugendlichen verschiebt sich die innere Uhr in der Pubertät biologisch nach hinten; sie werden später müde und sind morgens schwerer wach. Verständnis statt Vorwurf, feste Weckzeiten und morgens Licht helfen mehr als Diskussionen. Regelmäßiges lautes Schnarchen, Atemaussetzer oder ständige Tagesmüdigkeit gehören zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt.
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