Schlafapnoe
Bei der obstruktiven Schlafapnoe fallen die Atemwege im Schlaf immer wieder zusammen: Die Atmung stoppt für zehn Sekunden oder länger, der Körper schreckt kurz hoch, atmet weiter – bei schwerer Ausprägung Dutzende Male pro Stunde, ohne dass man es merkt. Typisch sind lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit Atempausen, die der Partner oder die Partnerin bemerkt, morgendliche Kopfschmerzen, ein trockener Mund und vor allem eine bleierne Tagesmüdigkeit.
Übergewicht ist der wichtigste Risikofaktor, weil Fettgewebe am Hals und um den Rachen die Atemwege verengt; rund zwei Drittel der Betroffenen sind übergewichtig. Auch ein zurückliegendes Kinn, Alkohol am Abend, Rauchen und die Rückenlage spielen mit. Schätzungen gehen davon aus, dass ein großer Teil der Fälle nie erkannt wird – Männer sind häufiger betroffen, Frauen nach den Wechseljahren holen auf.
Unbehandelt ist Schlafapnoe mehr als lästig: Die nächtlichen Sauerstoffabfälle treiben Blutdruck und Puls hoch, fördern Herzrhythmusstörungen, Insulinresistenz und Diabetes Typ 2 und machen tagsüber unaufmerksam – beim Autofahren gefährlich. Und sie kann das Abnehmen erschweren: Wer schlecht schläft, ist tagsüber erschöpft, bewegt sich weniger und hat oft mehr Appetit – in Studien bringt Schlafmangel die Hungerhormone Ghrelin und Leptin durcheinander.
Die Diagnose ist unkompliziert: ein Screening-Gerät für zu Hause oder eine Nacht im Schlaflabor. Behandelt wird je nach Schwere mit einer Atemmaske (CPAP), einer Unterkieferschiene oder Lagetherapie. Und Gewicht wirkt direkt: In einer viel zitierten Studie (Peppard 2000) sank die Zahl der Atemaussetzer bei 10 Prozent Gewichtsverlust um etwa ein Viertel – bei manchen verschwindet die Apnoe ganz.
Auch Kinder können Schlafapnoe haben, dann meist wegen vergrößerter Rachen- oder Gaumenmandeln: Schnarchen, Mundatmung, unruhiger Schlaf, tagsüber Zappeligkeit oder Konzentrationsprobleme. Das gehört in die Kinderarzt- oder HNO-Praxis – es lässt sich gut behandeln.
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