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Adipositas

Medizinab 13 J.
Adipositas ist starkes Übergewicht, bei Erwachsenen ab BMI 30 – eine chronische, behandelbare Erkrankung und keine Frage des Willens.

Adipositas ist die medizinische Bezeichnung für starkes Übergewicht: Bei Erwachsenen spricht man ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 davon. Die WHO unterteilt in drei Grade: Grad I ab BMI 30, Grad II ab 35, Grad III ab 40. Seit 2020 erkennt auch der Deutsche Bundestag Adipositas als chronische Krankheit an – so, wie es die WHO schon lange tut.

Wie häufig ist sie? Laut RKI lebt in Deutschland rund jeder fünfte Erwachsene mit Adipositas; bei Kindern und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren sind es laut KiGGS-Studie etwa 6 Prozent. Für Kinder gilt der BMI nicht als feste Zahl, sondern wird mit Alters- und Geschlechts-Perzentilen verglichen: Ab der 97. Perzentile sprechen Kinderärztinnen und -ärzte von Adipositas.

Warum entsteht sie? Nicht aus Willensschwäche. Gene, Schlaf, Stress, Medikamente, Hormone und eine Umwelt voller hochverarbeiteter Lebensmittel spielen zusammen. Zwillingsstudien zeigen, dass die Neigung zu einem bestimmten Gewicht zu einem großen Teil vererbt wird – was jemand daraus macht, bleibt aber gestaltbar.

Warum ist sie relevant? Vor allem Fett im Bauchraum erhöht das Risiko für Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Fettleber, Gelenkverschleiß und Schlafapnoe. Die gute Nachricht: Schon 5 bis 10 Prozent weniger Körpergewicht verbessern Blutzucker, Blutdruck und Blutfette messbar – bei 100 kg sind das 5 bis 10 kg, nicht 30.

Was hilft? Die Leitlinien empfehlen eine Kombination aus Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und neuen Gewohnheiten – in kleinen, dauerhaften Schritten statt Crash-Programmen. Reicht das bei starker Adipositas nicht, können laut Leitlinie auch Medikamente oder eine Operation infrage kommen – das besprichst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Bei Kindern steht nie eine Diät im Raum, sondern die ganze Familie: gemeinsam kochen, gemeinsam draußen sein, das Wachstum arbeiten lassen. Wer Unterstützung möchte, findet sie in der Hausarztpraxis, bei einer Ernährungsberatung oder in Adipositas-Sprechstunden.

Wusstest du? Der Begriff kommt vom lateinischen „adeps“ für Fett. Heute weiß man: Fettgewebe ist hormonell aktiv und gibt Entzündungsbotenstoffe ab – auch deshalb gilt Adipositas als Krankheit und nicht als Zeichen dafür, dass jemand „zu wenig gewollt“ hätte.
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📅 Stand: 19. September 2026✔️ Redaktionell geprüftÜber BeealthFAQFehler melden? Im Lexikon mitmachen

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