Perzentilen
Eine Perzentile sagt, wie viel Prozent der gleichaltrigen Kinder desselben Geschlechts kleiner, leichter oder schlanker sind als dein Kind. Liegt die Körpergröße auf der 75. Perzentile, sind von 100 Kindern der Vergleichsgruppe 75 kleiner und 25 größer. Weil Kinder wachsen, sagt eine einzelne Zahl wie der BMI bei ihnen allein wenig aus – erst der Vergleich mit Alter und Geschlecht macht sie lesbar.
Für den BMI nutzen Kinderärztinnen und Kinderärzte in Deutschland die Referenzkurven nach Kromeyer-Hauschild (2001), die auch die Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) empfiehlt: Ein BMI über der 90. Perzentile gilt als Übergewicht, über der 97. Perzentile als Adipositas, unter der 10. Perzentile als Untergewicht. Die WHO arbeitet mit eigenen Kurven und sogenannten z-Werten, die dasselbe Prinzip abbilden.
Größe und Gewicht werden bei jeder Vorsorgeuntersuchung gemessen – von der U1 direkt nach der Geburt über die U9 mit etwa fünf Jahren bis zur J1 mit 12 bis 14 Jahren. Die Kurven der ersten Lebensjahre stehen im gelben Kinderuntersuchungsheft. Spannend ist weniger der einzelne Punkt als der Verlauf: Ein Kind, das jahrelang stabil auf „seiner“ Kurve läuft, entwickelt sich gut, egal ob auf der 20. oder der 80. Perzentile. Kreuzt die Linie deines Kindes dagegen zwei der eingezeichneten Kurven nach oben oder unten, ist das ein Grund, genauer hinzuschauen.
Für Eltern heißt das: Nicht der BMI-Rechner für Erwachsene und nicht die Tabelle aus dem Internet, sondern die Kinderärztin oder der Kinderarzt ordnet das Gewicht deines Kindes ein. Und ein hoher Wert ist keine Diagnose, sondern ein Anlass für ein ruhiges Gespräch über Bewegung, Schlaf, Getränke und Familienmahlzeiten.
Ab etwa fünf Jahren kann zusätzlich das Verhältnis von Taille zu Körpergröße (WHtR) eine grobe Orientierung geben – auch hier gilt: Die Einordnung gehört in ärztliche Hände.
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