Arthrose
Arthrose ist der Verschleiß des Gelenkknorpels – der glatten Schicht, die die Knochenenden im Gelenk polstert und gleiten lässt. Wird sie dünner und rau, reiben die Knochen stärker aufeinander: Das Gelenk schmerzt, ist morgens steif und wird bei Belastung schlechter. Am häufigsten betroffen sind Knie, Hüfte, Finger und Wirbelsäule. Laut RKI berichtet in Deutschland fast jeder fünfte Erwachsene von einer Arthrose, ab 65 Jahren deutlich mehr.
Gewicht spielt eine große Rolle, vor allem am Knie. Beim Gehen wirkt auf das Kniegelenk ein Mehrfaches des Körpergewichts, beim Treppensteigen noch mehr. In einer bekannten Studie (Messier 2005) entsprach jedes Kilo Körpergewicht rund vier Kilo Belastung im Knie pro Schritt. Zehn Kilo mehr auf der Waage sind also etwa 40 Kilo mehr Druck bei jedem Schritt, über Jahre viele Millionen Schritte lang. Dazu kommt, dass Fettgewebe Entzündungsbotenstoffe abgibt, die den Knorpel zusätzlich angreifen. Deshalb tritt Arthrose bei starkem Übergewicht auch an Fingergelenken häufiger auf, die gar kein Gewicht tragen.
Die Umkehrung gilt genauso: Jedes verlorene Kilo entlastet das Knie um rund vier Kilo pro Schritt. In Studien berichteten Menschen mit Kniearthrose schon bei 5 bis 10 Prozent weniger Gewicht über deutlich weniger Schmerzen und mehr Beweglichkeit – am besten, wenn Abnehmen und Bewegung zusammenkommen.
Bewegung ist dabei keine Gefahr, sondern die wichtigste Therapie. Knorpel hat keine Blutgefäße und wird vor allem durch Be- und Entlastung mit Nährstoffen aus der Gelenkflüssigkeit versorgt – wie ein Schwamm, der ausgedrückt wird und sich wieder vollsaugt. Gelenkschonend sind Radfahren, Schwimmen, Aquafitness, zügiges Gehen und Krafttraining für die Muskeln rund ums Gelenk; kräftige Oberschenkelmuskeln wirken wie ein Stoßdämpfer fürs Knie.
Schmerzt ein Gelenk über Wochen, schwillt an oder blockiert, gehört das in die Hausarzt- oder Orthopädiepraxis. Kinder und Jugendliche bekommen normalerweise keine Arthrose. Hält bei ihnen ein Gelenkschmerz über Tage an, ist das Gelenk geschwollen oder gerötet oder humpelt das Kind, ist die Kinderarztpraxis die richtige Adresse. Typische „Wachstumsschmerzen“ sitzen dagegen meist abends oder nachts in beiden Beinen, nicht im Gelenk, und sind morgens wieder weg.
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