Heißhunger
Heißhunger ist ein plötzliches, drängendes Verlangen nach einem bestimmten Lebensmittel – und fühlt sich meist anders an als gewöhnlicher Hunger. Gewöhnlicher Hunger kommt eher langsam, lässt sich mit fast allem stillen und verschwindet nach dem Essen. Heißhunger kommt schlagartig, will genau die Schokolade oder genau die Chips und fühlt sich dringend an, obwohl der Magen oft gar nicht leer ist.
Die häufigsten Auslöser sind körperlich: zu lange nichts gegessen, bei manchen Menschen ein Blutzuckerabfall nach einer sehr süßen Mahlzeit, zu wenig Schlaf oder zu wenig Eiweiß und Ballaststoffe, die satt halten. Dazu kommen seelische Auslöser wie Stress, Langeweile oder Frust – und strenge Verbote. Wer sich etwas komplett untersagt, denkt paradoxerweise ständig daran.
Was hilft? Erstens: regelmäßig essen, mit Eiweiß, Vollkorn und Gemüse, damit der Blutzucker stabil bleibt. Zweitens: Wenn der Heißhunger kommt, ein Glas Wasser trinken und zehn Minuten warten oder kurz etwas anderes tun – manchmal steckt Durst dahinter, und viele Heißhungerwellen ebben in dieser Zeit von selbst ab. Drittens: Wenn du dann noch willst, iss bewusst eine kleine Portion, ohne schlechtes Gewissen. Ein Stück Schokolade, das du genießt, ist besser als eine ganze Tafel aus Scham.
Bei Kindern ist Heißhunger nach der Schule oft schlicht großer Hunger, weil das Mittagessen lange her ist. Ein fester Nachmittagssnack mit Obst, Joghurt oder einem Vollkornbrot beugt vor. Wenn Essanfälle mit Kontrollverlust und großen Mengen regelmäßig auftreten, kann eine Essstörung dahinterstecken, etwa die Binge-Eating-Störung. Dann hilft ein Gespräch mit der Haus- oder Kinderarztpraxis oder die anonyme Telefonberatung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, kurz BIÖG (früher BZgA), unter 0221 892031 – Essstörungen sind behandelbar, und je früher, desto besser.
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