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HbA1c

MedizinErwachsene
Der HbA1c ist das Blutzucker-Gedächtnis: Er zeigt den Durchschnitt der letzten 8 bis 12 Wochen. Unter 5,7 Prozent ist normal, ab 6,5 Prozent gilt Diabetes.

HbA1c ist der Anteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, an den sich Zucker angelagert hat – je höher der Blutzucker über Wochen war, desto größer dieser Anteil. Weil rote Blutkörperchen etwa 120 Tage leben, spiegelt der Wert den durchschnittlichen Blutzucker der vergangenen 8 bis 12 Wochen wider. Deshalb heißt er auch „Langzeitzucker“ oder „Blutzucker-Gedächtnis“.

Angegeben wird er in Prozent oder – international – in mmol/mol. Die Grenzen laut Deutscher Diabetes Gesellschaft: unter 5,7 Prozent (39 mmol/mol) normal, 5,7 bis 6,4 Prozent ein erhöhtes Risiko (Prädiabetes), das weiter abgeklärt wird, ab 6,5 Prozent (48 mmol/mol) Diabetes. Für die Behandlung eines bestehenden Diabetes werden individuelle Ziele vereinbart, oft zwischen 6,5 und 7,5 Prozent; bei älteren Menschen oder hohem Unterzuckerungsrisiko bewusst höher.

Der große Vorteil gegenüber einem einzelnen Blutzuckerwert: Der HbA1c ist unabhängig von der letzten Mahlzeit, Nüchternheit ist nicht nötig, und ein einmaliger Ausreißer verzerrt ihn kaum. Als Faustregel entspricht jedes zusätzliche Prozent HbA1c einem um etwa 30 mg/dl höheren durchschnittlichen Blutzucker: 6 Prozent stehen für rund 125 mg/dl, 7 Prozent für rund 155 mg/dl.

Er hat aber blinde Flecken. Alles, was die Lebensdauer roter Blutkörperchen verändert, verfälscht ihn: Eisenmangel lässt ihn zu hoch erscheinen, Blutverlust, Blutarmut mit hoher Neubildung oder eine Schwangerschaft zu niedrig; auch bestimmte Hämoglobinvarianten und Nierenerkrankungen können ihn verfälschen. Starke Schwankungen zwischen hohen und tiefen Werten sieht er nicht – dafür gibt es Gewebezuckersensoren.

Wer Gewohnheiten ändert, sieht das im HbA1c mit Verzögerung: Etwa die Hälfte des Werts stammt aus den letzten vier Wochen, erste Veränderungen zeigen sich deshalb nach einigen Wochen, sicher beurteilen lässt sich der Effekt nach etwa drei Monaten. Das ist ein guter Rhythmus, um nicht täglich auf Zahlen zu starren, sondern in Quartalen zu denken.

Wusstest du? Den Zusammenhang zwischen HbA1c und Diabetes entdeckte 1968 eher zufällig der iranische Arzt Samuel Rahbar: Er fand bei Menschen mit Diabetes auffällig viel einer vermeintlich unbekannten Hämoglobinvariante – erst später verstand man, dass es einfach „gezuckertes“ Hämoglobin war.
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📅 Stand: 19. September 2026✔️ Redaktionell geprüftÜber BeealthFAQFehler melden? Im Lexikon mitmachen

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