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Lexikon · Medizinab 9 J.

Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 2: dauerhaft zu hoher Blutzucker, weil Insulin schlecht wirkt. Oft vermeidbar – und früh angegangen kann er sich zurückbilden.

Ausführlich erklärt

Bei Diabetes Typ 2 bleibt der Blutzucker dauerhaft zu hoch, weil die Körperzellen nicht mehr richtig auf Insulin reagieren und die Bauchspeicheldrüse den Mehrbedarf irgendwann nicht mehr decken kann. Früher hieß er „Altersdiabetes“ – heute erkranken auch junge Erwachsene und vereinzelt Jugendliche.

In Deutschland leben laut Deutschem Gesundheitsbericht Diabetes mehr als acht Millionen Menschen mit einer Diabetes-Diagnose, über 90 Prozent davon mit Typ 2; dazu kommen schätzungsweise zwei Millionen, die es noch nicht wissen. Diagnostiziert wird über einen Nüchternblutzucker ab 126 mg/dl, einen HbA1c ab 6,5 Prozent oder einen Zuckerbelastungstest (Zwei-Stunden-Wert ab 200 mg/dl).

Wichtig zur Abgrenzung: Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Insulin bildenden Zellen zerstört werden. Sie trifft oft Kinder und hat nichts mit Ernährung oder Gewicht zu tun. Typ 2 dagegen entsteht aus einem Zusammenspiel von Veranlagung, Bauchfett, Bewegungsmangel, Schlafmangel und Alter – kein Vorwurf, sondern ein Hinweis, wo die Hebel liegen.

Diese Hebel sind kräftig. Im amerikanischen Diabetes Prevention Program (2002) senkte ein Lebensstil-Programm – Ziel: 150 Minuten Bewegung pro Woche und rund 7 Prozent weniger Gewicht – das Erkrankungsrisiko bei Menschen mit Prädiabetes um 58 Prozent, stärker als das getestete Medikament. Die britische DiRECT-Studie (2018) zeigte: Bei Menschen, deren Diagnose höchstens sechs Jahre zurücklag, lag nach einem Jahr eines ärztlich begleiteten Programms mit Formula-Diät fast die Hälfte ohne Diabetes-Medikamente wieder unter der Diabetes-Schwelle; bei 15 kg Gewichtsverlust oder mehr waren es 86 Prozent. Fachleute sprechen von Remission, nicht von Heilung: Die Veranlagung bleibt, regelmäßige Kontrollen auch.

Warnzeichen sind starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, schlecht heilende Wunden und Sehstörungen – oft gibt es aber lange gar keine Symptome. Deshalb gehört der Blutzucker zum Gesundheits-Check-up ab 35. Unbehandelt schädigt hoher Zucker über Jahre Gefäße, Nerven, Nieren und Augen; gut eingestellt lässt sich mit Diabetes ein langes, aktives Leben führen.

Wusstest du? Der Zuckerbelastungstest heißt oGTT: Du trinkst nüchtern 75 Gramm Traubenzucker in Wasser, und nach zwei Stunden wird gemessen, wie gut dein Körper den Zucker aus dem Blut geräumt hat.

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