Kinderportionen
Eine Kinderportion ist so groß, wie es zu Alter, Größe und Hunger deines Kindes passt – und die beste Messhilfe hat jedes Kind immer dabei: die eigene Hand. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) nutzt dafür in seiner Ernährungspyramide das Handmaß: Eine Portion stückiges Obst oder Gemüse ist so viel, wie in die Kinderhand passt; klein Geschnittenes, Salat oder Beeren dürfen zwei Hände voll sein. Eine Scheibe Brot ist so groß wie die ganze Hand, Fleisch oder Fisch etwa so groß und dick wie der Handteller, Nudeln, Reis oder Kartoffeln sind zwei Kinderhände voll. Weil die Hand mitwächst, wächst die Portion automatisch mit.
Der Energiebedarf von Kindern ist deutlich kleiner als der von Erwachsenen: Laut den Richtwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) brauchen Vier- bis Sechsjährige bei wenig Bewegung etwa 1.300 bis 1.400 kcal am Tag, Sieben- bis Neunjährige rund 1.500 bis 1.700 kcal. Erwachsene kommen bei ähnlich wenig Bewegung auf etwa 1.800 bis 2.400 kcal. Wer einem Fünfjährigen den Teller so voll macht wie den eigenen, gibt ihm also deutlich mehr, als er braucht – je nach Elternteil bis fast das Doppelte.
Die gute Nachricht: Gesunde Kinder regulieren ihre Menge über Hunger und Sättigung erstaunlich genau – über mehrere Tage gesehen und wenn man sie lässt. Deshalb gilt: klein auffüllen, nachnehmen ausdrücklich erlaubt. So lernt dein Kind, auf seinen Bauch zu hören statt auf die Größe des Tellers. Kleinere Teller, Schüsseln zum Selbstschöpfen und Gemüse als erster Gang machen das leicht.
Zum Verhältnis auf dem Teller: Das Kinderernährungskonzept optimiX des Forschungsdepartments Kinderernährung (FKE) empfiehlt reichlich Getränke (am besten Wasser) und Pflanzliches wie Gemüse, Obst, Getreide und Kartoffeln, mäßig Tierisches wie Milch, Fleisch, Fisch und Ei und nur wenig Fett- und Zuckerreiches. Als einfache Faustregel für den Teller hilft: die Hälfte Gemüse und Obst, ein Viertel Sättigungsbeilage, ein Viertel eiweißreiche Lebensmittel.
Was du nicht brauchst: eine Waage oder Kalorienziele für Kinder. Sie wachsen, ihr Bedarf schwankt von Tag zu Tag – an Tobetagen essen sie mehr, an ruhigen weniger. Beides ist richtig.
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