„5 am Tag“ ist die einfachste Ernährungsregel der Welt – und eine der am besten belegten: Fünf Portionen Obst und Gemüse täglich senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten und Übergewicht messbar. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst. Und das Schöne: Das Maß hast du immer dabei. Eine Portion ist eine Hand voll – bei Kindern die Kinderhand, bei Erwachsenen die Erwachsenenhand. Unser 5-am-Tag-Zähler macht daraus ein Familienspiel: Portionen eintragen, Tages-Score sehen, Sticker bekommen.
So funktioniert der Zähler
1 Portion = 1 Hand voll (Beeren, Erbsen, Salat: 2 Hände, weil sie leicht sind)Tagesziel = 3 Hände Gemüse + 2 Hände Obst = 5 PortionenBeispiel: Ein 6-jähriges Kind hat heute eine Kinderhand Apfelschnitze, eine Hand Gurkensticks und eine Hand Erbsen im Nudelgericht gegessen → 3 von 5 Portionen, es fehlen noch zwei Hände – zum Beispiel Paprika zum Abendbrot und eine Banane.
Das Handmaß hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber Gramm-Angaben: Es wächst mit dem Kind. Eine Kinderhand fasst weniger als eine Erwachsenenhand – genau so sind die Tagesmengen gestaffelt, mit denen unser Zähler rechnet (DGE, Forschungsinstitut für Kinderernährung FKE):
| Alter | Gemüse am Tag | Obst am Tag | ≈ je Portion (eine Hand voll) |
|---|---|---|---|
| 5–6 Jahre | 200 g | 200 g | 80 g |
| 7–9 Jahre | 220 g | 220 g | 88 g |
| 10–12 Jahre | 250 g | 250 g | 100 g |
| 13–14 Jahre | 260 g | 260 g | 104 g |
| 15–18 Jahre | 300 g | 300 g | 120 g |
| ab 19 Jahren | 400 g | 250 g | 130 g |
Die Portion ist ein Mittelwert: fünf Hände verteilen die Tagesmenge. Das Alter zählt in vollendeten Jahren – mit 6½ gilt noch die Zeile für 5- und 6-Jährige.
Was zählt – und was zählt wie viel?
| Das zählt als Portion | Beispiele |
|---|---|
| Frisches Gemüse, roh oder gekocht | Möhre, Paprika, Brokkoli, Tomate, Gurke, Kohlrabi |
| Salat und Blattgemüse (2 Hände) | Feldsalat, Spinat, Kopfsalat |
| Hülsenfrüchte | Linsen, Kichererbsen, Bohnen – zählen als Gemüse |
| Tiefkühlgemüse ohne Zusätze | Erbsen, Spinat, Gemüsemischung |
| Frisches Obst | Apfel, Banane, Beeren, Orange, Melone, Kiwi |
| Trockenobst (kleine Hand) | Rosinen, Aprikosen, Datteln – wegen Zucker nur kleine Menge |
| Nüsse (25 g, höchstens einmal) | Eine kleine Hand ersetzt eine Obstportion |
| Saft oder Smoothie (150 ml, höchstens einmal) | Ersetzt eine Portion – nicht mehr, wegen des Zuckers |
Nicht mitgezählt werden Kartoffeln (sie gehören zu den Sättigungsbeilagen), Fruchtjoghurt, Gummibärchen mit „Fruchtsaft“ und Ketchup. Zähl sie beim Eintragen einfach nicht mit.
Sticker-Feedback: Loben statt Bewerten
Der Zähler bewertet nicht, er feiert. Jeder Stand hat seinen Sticker: 🌱 „Los geht's!“ bei null, 🍏 „Gut dabei!“ bei ein oder zwei Portionen, 🌟 „Fast voll!“ bei drei oder vier und 🏆 „Alle fünf – stark!“, wenn der Tag voll ist. Dazu schlägt der Zähler vor, womit der Tag voll wird – fehlt noch eine Portion, zum Beispiel ein Apfel oder eine Handvoll Beeren am Nachmittag. Tadel gibt es nie: Ein schlechter Tag ist ein Tag; die Woche zählt. Und bunt ist das schönste Ziel, denn jede Farbe steht für andere Pflanzenstoffe. Das ist bewusst so gebaut, weil Druck beim Essen das Gegenteil bewirkt: Kinder, die zum Gemüse gezwungen werden, essen später weniger davon.
Was Familien damit anfangen können
Am schönsten funktioniert der Zähler als Abendritual: Beim Abendessen zählt jeder seine Hände des Tages – Kinder lieben es, die Eltern zu überholen. Er hilft auch beim Einkaufen: Wer weiß, dass fünf Hände pro Person und Tag gebraucht werden, packt automatisch mehr Gemüse in den Wagen. Und er zeigt Eltern, wie viel bereits im Alltag steckt: Die Erbsen in der Nudelsoße, das Apfelstück in der Brotdose, die Tomate auf dem Brot – alles zählt.
Fünf Tipps, damit der Tag voll wird
- Zu jeder Mahlzeit eine Hand: Frühstück Obst, Mittag Gemüse, Nachmittag Obst, Abendbrot Rohkost – schon sind es vier, ohne nachzudenken.
- Rohkost sichtbar hinstellen: Ein Teller mit Gurken, Möhren und Paprika auf dem Tisch verschwindet von selbst – vor allem, wenn Kinder hungrig sind.
- Verstecken erlaubt, aber ehrlich: Geriebene Möhre in der Bolognese zählt. Sag den Kindern trotzdem, was drin ist – so lernen sie es mögen.
- Kinder schneiden lassen: Was Kinder selbst geschnitten oder angerichtet haben, essen sie viel lieber. Ein Kindermesser reicht.
- Bunt statt viel: Fünf Farben am Tag sind ein schöneres Ziel als fünf Portionen – und ergeben meist dasselbe.