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Gewicht halten nach dem Abnehmen: Was wirklich hilft

Zum Halten isst du so viel, wie dein Körper beim neuen Gewicht verbraucht: Nach 10 % weniger Gewicht sind das im Beispiel rund 393 kcal mehr als beim Abnehmen, aber etwa 107 kcal weniger als vorher. Am besten schützen viel Bewegung – in Beobachtungsstudien mehr als 250 Minuten pro Woche –, regelmäßiges Wiegen, feste Routinen und ein Plan für Rückschläge.

  • Beealth-Redaktion
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  • 8 Quellen

Warum Halten die eigentliche Aufgabe ist

Abnehmen ist ein Projekt mit Ende, Halten ist Alltag. Viele nehmen erfolgreich ab und in den folgenden Jahren einen Teil wieder zu – der bekannte Jo-Jo-Effekt. Das liegt selten an fehlendem Willen. Der Körper verteidigt sein früheres Gewicht: Der Appetit steigt mit jedem verlorenen Kilo, der Verbrauch sinkt, und der Schwung der ersten Wochen lässt nach.

Die gute Nachricht: Halten lässt sich lernen. Rena Wing und Suzanne Phelan schätzten 2005, dass etwa 20 % der Menschen mit Übergewicht mindestens 10 % ihres Gewichts verlieren und das mindestens ein Jahr lang halten. In einem US-Register sammeln Forschende seit 1994 Daten von Menschen, die mindestens 13,6 kg abgenommen und mindestens ein Jahr gehalten haben. Ihre Gewohnheiten ähneln sich auffällig – und keine davon ist eine Wunderdiät.

Wie viel kannst du jetzt essen?

Zum Halten brauchst du so viel Energie, wie dein Körper beim neuen Gewicht verbraucht. Das ist mehr als in der Abnehmphase, aber weniger als früher – ein leichterer Körper braucht weniger. Im Beispiel (Frau, 40 Jahre, 1,68 m, leicht aktiv) nach 10 % weniger Gewicht:

Kalorien pro Tag: vorher, beim Abnehmen und zum Halten
Kalorien pro Tag: vorher, beim Abnehmen und zum HaltenBeispiel Frau, 40 Jahre, 1,68 m, 78 kg, leicht aktiv, nach 10 Prozent Gewichtsverlust, in kcal pro Tag: Vor dem Abnehmen (78 kg) 2.020 kcal; Zum Abnehmen (500 kcal weniger) 1.520 kcal; Zum Halten bei 70,2 kg 1.913 kcal. Zum Halten passen rund 393 kcal mehr als beim Abnehmen, aber 107 kcal weniger als vorher.Vor dem Abnehmen (78 kg)2.020Zum Abnehmen (500 kcal weniger)1.520Zum Halten bei 70,2 kg1.913

Beispiel: Frau, 40 Jahre, 1,68 m, leicht aktiv, von 78 auf 70,2 kg. Gesamtumsatz nach Mifflin-St Jeor × Aktivitätsfaktor; dein Bedarf kann abweichen.

Bei 70,2 kg verbraucht die Beispielfrau rund 1.913 kcal am Tag. Sie kann also etwa 393 kcal mehr essen als in der Abnehmphase – so viel wie eine zusätzliche kleine Mahlzeit. Im Vergleich zu früher sind es aber rund 107 kcal weniger. Genau diese Lücke ist der Grund, warum die alten Portionen das alte Gewicht zurückbringen würden.

Beispiele: Kalorien zum Halten nach 10 % weniger Gewicht
BeispielVorherZum Abnehmen (−500)Zum Halten nach −10 %Mehr als beim AbnehmenWeniger als vorher
Frau, 40 Jahre, 1,68 m, 78 kg, leicht aktiv2.0201.5201.913 (bei 70,2 kg)+393−107
Mann, 45 Jahre, 1,82 m, 95 kg, leicht aktiv2.5692.0692.438 (bei 85,5 kg)+369−131
Mann, 60 Jahre, 1,75 m, 85 kg, sitzend1.9791.500 *1.877 (bei 76,5 kg)+377−102

Alle Werte in kcal pro Tag. „Zum Halten“ ist der Gesamtumsatz beim neuen Gewicht (Mifflin-St Jeor × Aktivitätsfaktor). Mehr Appetit und mögliche Sparmaßnahmen des Körpers sind nicht eingerechnet – starte deshalb eher etwas darunter und beobachte deinen Trend. * Die Untergrenze greift: Weniger als 1.500 kcal am Tag empfehlen wir Männern nicht.

Weil der Appetit nach dem Abnehmen oft stärker ist, als jede Formel vermutet, lohnt sich ein sanfter Übergang: Erhöhe deine Essmenge über zwei bis vier Wochen schrittweise, zum Beispiel um 100 bis 200 kcal pro Woche, und beobachte dein Wochenmittel. Bleibt es stabil oder pendelt in einem Fenster von etwa ein bis zwei Kilo, passt die Menge. Deinen neuen Bedarf rechnet der Kalorienbedarf-Rechner aus.

Was Menschen anders machen, die ihr Gewicht halten

Übersichtsarbeiten (Wing und Phelan, 2005; Varkevisser und Kollegen, 2019) zeigen ein ähnliches Bild. Wer erfolgreich hält, …

  • bewegt sich viel: Die Menschen im US-Register sind im Schnitt etwa eine Stunde am Tag aktiv, oft mit zügigem Gehen.
  • behält das Gewicht im Blick: Regelmäßiges Wiegen hängt mit besserem Halten zusammen und war in einer Übersichtsarbeit nicht mit schlechterer Stimmung verbunden (Zheng und Kollegen, 2015).
  • isst nach festen Routinen: regelmäßige Mahlzeiten, oft ein Frühstück, ähnliche Einkäufe und geplante statt spontaner Ausnahmen (Gewohnheit).
  • isst sattmachend: viel Gemüse, Eiweiß und Ballaststoffe – so bleibt der wachsende Appetit im Rahmen (Sättigung).

Nicht jede Gewohnheit passt zu jedem Leben. Such dir zwei aus, die dir liegen – genau die tragen dich. Und unterschätze den Schlaf nicht: Müde Menschen haben mehr Appetit (Schlaf und Gewicht).

Bewegung: beim Halten wichtiger als beim Abnehmen

Beim Abnehmen bringt Bewegung weniger als die Ernährung. Beim Halten wird sie wichtiger: Sie gleicht einen Teil des gesunkenen Verbrauchs aus und schützt die Muskeln. Die WHO empfiehlt allen Erwachsenen mindestens 150 Minuten pro Woche. Für das Halten nach einer Abnahme nennt das American College of Sports Medicine mehr als 250 Minuten pro Woche (Donnelly und Kollegen, 2009) – ein Wert aus Beobachtungsstudien, denn große kontrollierte Studien dazu fehlen. Das sind gut 35 Minuten am Tag – zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen und Tanzen zählen alle.

Dazu zweimal pro Woche Krafttraining: Muskeln erhalten Kraft und Verbrauch, und du merkst den Fortschritt an Treppen und Einkaufstaschen. Ideen findest du bei den Übungen und im Artikel Abnehmen mit Bewegung.

Plan für Rückschläge: das Gewichtsfenster

Urlaub, Feiertage, Krankheit oder eine stressige Phase – irgendwann geht das Gewicht wieder nach oben. Das ist normal und kein Scheitern (Rückfall). Entscheidend ist, wie früh du gegensteuerst. Bewährt hat sich ein Gewichtsfenster:

  1. Fenster festlegen: zum Beispiel dein neues Gewicht plus 1,5 kg. Innerhalb davon ist alles in Ordnung – Wasser schwankt.
  2. Regelmäßig hinschauen: Wiege dich einmal oder mehrmals pro Woche und achte auf das Wochenmittel.
  3. Früh reagieren: Liegt das Mittel zwei Wochen über dem Fenster, kehrst du für zwei bis drei Wochen zu deinen Abnehm-Gewohnheiten zurück – ohne Drama.
  4. Vorher festlegen, was du tust: Ein Wenn-dann-Plan hilft, zum Beispiel: „Wenn ich über dem Fenster bin, plane ich die nächste Woche mit vorgekochten Gerichten und gehe jeden Abend eine Runde.“ (Wenn-dann-Plan)

Und wenn es doch einmal mehr geworden ist: Sei freundlich zu dir. Vorwürfe machen es wahrscheinlicher, ganz aufzugeben (Selbstmitgefühl). Der Gedanke „Jetzt ist es eh egal“ macht aus einem Ausrutscher schnell einen Rückfall (Alles-oder-nichts-Denken).

Vom Projekt zum Alltag

Am besten hält, wer nicht mehr „auf Diät“ ist, sondern einfach so lebt. Frag dich: Welche Gewohnheiten aus der Abnehmzeit möchtest du behalten, weil sie dir guttun? Was war nur zum Durchhalten da und darf gehen? Viele merken, dass ihnen mehr Bewegung, mehr Gemüse und regelmäßige Mahlzeiten inzwischen einfach gefallen.

Neue Ziele helfen auch: fünf Kilometer am Stück laufen, eine lange Wanderung, mehr Kraft oder einfach Energie für die Familie. Ziele, die nichts mit der Waage zu tun haben, halten die Motivation wach, wenn das Gewicht gleich bleiben soll (Motivation).

Wenn das Gewicht immer wieder zurückkommt

Bei starkem Übergewicht ist es für viele kaum möglich, ein deutlich niedrigeres Gewicht allein mit Willenskraft zu halten. Das ist keine Charakterfrage. Sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt über Unterstützung – etwa ein ärztlich begleitetes Programm, Ernährungsberatung oder weitere Behandlungsmöglichkeiten.

Das kannst du heute tun

  1. Deinen neuen Bedarf berechnen

    Gib dein aktuelles Gewicht ein – der Rechner zeigt deinen Gesamtumsatz, also ungefähr die Menge zum Halten.

    Kalorienbedarf berechnen
  2. Bewegungsminuten der Woche prüfen

    Wie nah bist du an 150 – oder schon an 250 Minuten? Der Rechner zeigt Lücken und Ideen dafür.

    Bewegungsziel prüfen
  3. Eine feste Kochroutine starten

    Zwei vorbereitete Gerichte pro Woche machen das Halten leicht, weil die Entscheidung schon gefallen ist.

    Meal-Prep-Rezepte

Häufige Fragen

Wie viele Kalorien brauche ich, um mein Gewicht zu halten?

So viel, wie dein Körper beim neuen Gewicht verbraucht – deinen Gesamtumsatz. Im Beispiel (Frau, 40 Jahre, 1,68 m, leicht aktiv, nach 10 % Abnahme bei 70,2 kg) sind das rund 1.913 kcal am Tag. Deinen Wert zeigt der Kalorienbedarf-Rechner; starte etwas darunter und beobachte dein Wochenmittel.

Wie vermeide ich den Jo-Jo-Effekt?

Mit einem Übergang statt eines abrupten Endes: Essmenge langsam erhöhen, Bewegung beibehalten oder ausbauen, regelmäßig wiegen und früh gegensteuern, wenn das Gewicht über ein festes Fenster steigt. Wer nach dem Abnehmen zu den alten Gewohnheiten zurückkehrt, nimmt eher wieder zu – egal, wie schnell es vorher ging.

Wie lange muss ich nach dem Abnehmen aufpassen?

Eine feste Frist gibt es nicht. Der Appetit bleibt nach dem Abnehmen oft lange etwas höher. Halten ist deshalb keine Phase, die irgendwann endet, sondern Alltag – mit Gewohnheiten, die mit der Zeit immer selbstverständlicher werden.

Wie oft sollte ich mich wiegen, um mein Gewicht zu halten?

Einmal oder mehrmals pro Woche, am besten morgens unter gleichen Bedingungen. Regelmäßiges Wiegen hängt in Studien mit besserem Halten zusammen. Wenn dich die Waage stresst, sind ein Maßband an der Taille oder eine Lieblingshose eine gute Alternative.

Darf ich nach dem Abnehmen wieder normal essen?

Ja – wenn „normal“ heißt: so viel, wie du jetzt verbrauchst. Die Portionen von früher passen meist nicht mehr, weil dein Körper weniger braucht. Genuss gehört trotzdem dazu: Plane Lieblingsessen bewusst ein, statt sie zu verbieten.

Quellen

  1. Wing RR, Phelan S (2005): Long-term weight loss maintenance. American Journal of Clinical Nutrition 82(1 Suppl.): 222S–225S. Zur Quelle
  2. Varkevisser RDM, van Stralen MM, Kroeze W et al. (2019): Determinants of weight loss maintenance: a systematic review. Obesity Reviews 20(2): 171–211.
  3. Donnelly JE, Blair SN, Jakicic JM et al. (2009): American College of Sports Medicine Position Stand: Appropriate physical activity intervention strategies for weight loss and prevention of weight regain for adults. Medicine & Science in Sports & Exercise 41(2): 459–471. Zur Quelle
  4. Zheng Y, Klem ML, Sereika SM et al. (2015): Self-weighing in weight management: a systematic literature review. Obesity 23(2): 256–265.
  5. Polidori D, Sanghvi A, Seeley RJ, Hall KD (2016): How strongly does appetite counter weight loss? Quantification of the feedback control of human energy intake. Obesity 24(11): 2289–2295. Zur Quelle
  6. Hall KD, Kahan S (2018): Maintenance of Lost Weight and Long-Term Management of Obesity. Medical Clinics of North America 102(1): 183–197.
  7. Bull FC et al. (2020): World Health Organization 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour. British Journal of Sports Medicine 54(24): 1451–1462. Zur Quelle
  8. Mifflin MD, St Jeor ST, Hill LA et al. (1990): A new predictive equation for resting energy expenditure in healthy individuals. American Journal of Clinical Nutrition 51(2): 241–247. Zur Quelle

Geschrieben von der Beealth-Redaktion auf Grundlage der oben genannten Quellen. Veröffentlicht am , zuletzt geprüft und aktualisiert am . Allgemeine Information – ersetzt keine ärztliche Beratung. So arbeiten wir

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