Stress
Stress ist die Alarmreaktion deines Körpers auf eine Anforderung – kurz und heftig ist sie nützlich, dauerhaft kann sie krank machen und erschwert das Abnehmen. Bei Gefahr schüttet der Körper Adrenalin und Cortisol aus: Herz schlägt schneller, Blutzucker steigt, Muskeln sind bereit. Früher war das die Vorbereitung auf Flucht oder Kampf. Heute lösen Termindruck, Sorgen und Streit dieselbe Reaktion aus, nur dass wir danach nicht rennen, sondern sitzen bleiben.
Chronischer Stress kann den Cortisolspiegel dauerhaft erhöhen. Das kann den Appetit steigern, vor allem auf energiereiche Lebensmittel, und die Einlagerung von Fett am Bauch begünstigen, dem gesundheitlich ungünstigsten Ort. Dazu kommt Verhalten: Gestresste Menschen schlafen schlechter, bewegen sich weniger, kochen seltener und essen häufiger nebenbei. In der großen internationalen INTERHEART-Studie gehörte psychosozialer Stress zu den neun Risikofaktoren, die zusammen den Großteil des Herzinfarktrisikos erklärten.
Was hilft, ist gut erforscht: Regelmäßige Bewegung macht widerstandsfähiger gegen Stress, und schon 20 bis 30 Minuten im Grünen – spazierend oder sitzend – senkten in einer Studie das Stresshormon Cortisol im Speichel. Ausreichend Schlaf, feste Pausen, tiefes Ausatmen (länger aus- als einatmen aktiviert den Ruhenerv), Zeit mit Menschen, die dir guttun, und Achtsamkeitsübungen helfen ebenfalls, das zeigen viele Studien. Genauso wichtig: nicht alles auf einmal ändern wollen. Ein Abnehmplan, der selbst Stress erzeugt, arbeitet gegen sich.
Auch Kinder haben Stress – durch Schule, Streit oder zu volle Tage. Sie zeigen ihn oft über Bauchweh, Schlafprobleme oder verändertes Essverhalten. Feste Familienzeiten ohne Bildschirm, Bewegung an der frischen Luft und das Gefühl, gesehen zu werden, schützen gut. Wenn Stress dich dauerhaft überfordert, ist die Hausarztpraxis eine gute erste Anlaufstelle; in akuten Krisen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenlos unter 0800 111 0 111 erreichbar.
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