Gewichtsschwankungen
Dein Gewicht schwankt im Laufe eines Tages um ein bis zwei Kilo, manchmal mehr – und fast nichts davon ist Fett. Ein Kilo Körperfett entspricht rund 7.000 kcal; so viel kann niemand an einem Tag zu viel essen oder weglassen. Was die Waage bewegt, ist vor allem Wasser: im Darm, in den Muskeln, im Gewebe. Wer das weiß, lässt sich von der Morgenzahl nicht mehr den Tag verderben.
Die häufigsten Ursachen: Salziges Essen bindet Wasser, damit die Salzkonzentration im Körper stabil bleibt – nach Pizza oder Fertiggerichten zeigt die Waage gern ein Kilo mehr. Kohlenhydrate füllen die Glykogenspeicher, und jedes Gramm Glykogen bindet etwa drei Gramm Wasser: Ein Pastaabend nach kohlenhydratarmen Tagen bringt schnell zwei Kilo, die genauso schnell wieder gehen. Nach intensivem Training halten leicht gereizte Muskeln zur Reparatur Wasser zurück. Der weibliche Zyklus bringt in der zweiten Hälfte oft ein bis zwei Kilo Wassereinlagerung. Dazu kommen Darminhalt, Trinkmenge, Hitze, Stress und Schlafmangel.
So wiegst du sinnvoll: immer unter gleichen Bedingungen – morgens nach dem Toilettengang, vor dem Frühstück, ohne Kleidung. Entweder einmal pro Woche am selben Tag oder täglich mit Blick auf den Wochendurchschnitt; viele Apps zeichnen den Trend als geglättete Linie. Verändert sich der Durchschnitt über zwei bis drei Wochen, ist das echt. Alles andere ist Rauschen.
Wichtig für die Psyche: Eine Waage, die nach einem schönen Wochenende zwei Kilo mehr zeigt, hat nicht „alles zunichtegemacht“ – das Wasser ist in wenigen Tagen weg. Umgekehrt ist ein plötzliches Minus nach einer Magen-Darm-Grippe kein Fettverlust. Wenn dich die tägliche Zahl stresst, wiege dich seltener oder gar nicht: Maßband, Hosenbund und Fitness sagen genauso viel.
Kinder sollten sich übrigens nicht regelmäßig selbst wiegen – ihr Gewicht gehört in die Vorsorgeuntersuchung, nicht ins Badezimmer.
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