Stoffwechsel
Der Stoffwechsel (Metabolismus) umfasst alle Vorgänge, mit denen dein Körper Nährstoffe aufnimmt, umbaut, Energie daraus gewinnt und Abfallstoffe ausscheidet. Zwei Richtungen greifen ineinander: Der Aufbau-Stoffwechsel (Anabolismus) baut aus Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten Muskeln, Zellen und Speicher; der Abbau-Stoffwechsel (Katabolismus) zerlegt Nährstoffe und Reserven, um Energie freizusetzen. Geregelt wird das Ganze von Hormonen wie Insulin, Schilddrüsenhormonen, Cortisol und Leptin.
„Ich habe einen langsamen Stoffwechsel“ ist ein häufiger Satz – und meist ein Missverständnis. Der Ruheverbrauch hängt vor allem von Körpergröße, Gewicht, Alter, Geschlecht und Muskelmasse ab. Rechnet man diese Faktoren heraus, unterscheiden sich gesunde Menschen nur um etwa fünf bis zehn Prozent, also 100 bis 200 kcal am Tag. Ein spürbar verlangsamter Stoffwechsel hat meist eine erkennbare Ursache, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion – die gehört ärztlich abgeklärt, nicht mit Diäten bekämpft.
Lässt sich der Stoffwechsel „ankurbeln“? Ein bisschen. Muskelmasse erhöht den Ruheverbrauch leicht und macht jede Bewegung energieaufwendiger. Eiweiß kostet bei der Verdauung mehr Energie als Fett oder Zucker. Alltagsbewegung und Schlaf halten die Hormonregelung im Lot. Scharfes Essen, grüner Tee oder Kaffee wirken zwar messbar, aber so gering, dass es fürs Abnehmen keine Rolle spielt. Was den Stoffwechsel dagegen wirklich bremst: sehr strenge Diäten, denn der Körper drosselt dann seinen Verbrauch.
Bei Kindern läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren, weil Wachstum Energie kostet; im Alter sinkt der Verbrauch vor allem, weil Muskelmasse verloren geht und die Bewegung abnimmt – beides lässt sich gut beeinflussen.
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