Insulin
Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und ist der Schlüssel, der Zucker (Glukose) aus dem Blut in Muskel-, Leber- und Fettzellen lässt. Nach jeder Mahlzeit, die Kohlenhydrate oder Eiweiß enthält, steigt es an, verteilt die Energie und sinkt wieder. Ohne Insulin bliebe der Zucker im Blut – das ist die Situation bei Diabetes Typ 1. Entdeckt wurde es 1921 von Frederick Banting und Charles Best; seitdem rettet es Millionen Leben.
Insulin ist ein Aufbau- und Speicherhormon: Solange es hoch ist, füllt der Körper seine Speicher und bremst den Fettabbau. Daraus entstand der Mythos, Insulin allein mache dick und man müsse nur Kohlenhydrate meiden. Die Forschung zeigt jedoch: Entscheidend für Fettzunahme oder -abnahme ist die Energiebilanz über den ganzen Tag. In kontrollierten Studien nahmen Menschen mit gleicher Kalorienmenge ähnlich viel ab, egal ob kohlenhydratarm oder fettarm. Insulinanstiege nach dem Essen sind normal und gesund.
Ein echtes Problem ist die Insulinresistenz: Wenn Zellen – vor allem durch viel Bauchfett, Bewegungsmangel, Schlafmangel und Veranlagung – schlechter auf Insulin reagieren, muss die Bauchspeicheldrüse immer mehr davon ausschütten. Der Blutzucker bleibt trotzdem erhöht, der Hunger steigt, und über Jahre kann sich ein Diabetes Typ 2 entwickeln. Anzeichen im Alltag: großer Bauchumfang, Müdigkeit nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten, ständiger Appetit.
Die gute Nachricht: Kaum etwas verbessert die Insulinwirkung so schnell wie Bewegung. Arbeitende Muskeln nehmen Zucker auch ohne Insulin auf, und schon fünf bis zehn Prozent weniger Gewicht senken die Resistenz deutlich. Ballaststoffe, Vollkorn, Eiweiß zu jeder Mahlzeit und ausreichend Schlaf helfen zusätzlich. Bei Verdacht auf Insulinresistenz kann die Hausärztin Nüchternblutzucker und Langzeitblutzucker (HbA1c) messen und mit dir besprechen, was die Werte bedeuten.
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