Salz
Salz (Natriumchlorid) ist lebenswichtig – aber die meisten Menschen in Deutschland essen deutlich mehr davon, als ihnen guttut. Natrium regelt Wasserhaushalt, Nerven und Muskeln. Die DGE empfiehlt Erwachsenen höchstens 6 Gramm Salz am Tag (etwa ein gestrichener Teelöffel), die WHO nennt 5 Gramm. Tatsächlich liegen Männer im Schnitt bei rund 10 Gramm, Frauen bei etwa 8. Für Kinder gelten je nach Alter niedrigere Obergrenzen von grob 2 bis 5 Gramm – der eigentliche Bedarf ist noch viel kleiner.
Zu viel Salz erhöht bei vielen Menschen den Blutdruck und damit langfristig das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Weniger Salz senkt den Blutdruck messbar – ein Effekt, der sich schon nach wenigen Wochen zeigt. Salz bindet außerdem Wasser im Körper: Wer salzig isst, wiegt am nächsten Morgen oft ein halbes Kilo mehr – das ist Wasser, kein Fett.
Überraschend: Rund drei Viertel des Salzes kommen nicht aus dem Salzstreuer, sondern aus verarbeiteten Lebensmitteln – Brot und Brötchen sind in Deutschland die größte Quelle, gefolgt von Wurst, Käse, Fertiggerichten, Knabbereien und Saucen. Auf der Nährwerttabelle ist Salz Pflichtangabe; bis 0,3 Gramm je 100 Gramm gilt als wenig, ab 1,5 Gramm als viel. Steht nur „Natrium“ da: mal 2,5 nehmen.
Weniger Salz ohne Geschmacksverlust: mit Kräutern, Gewürzen, Zitrone, Knoblauch und Röstaromen würzen; Salz erst am Ende zugeben; Fertigprodukte reduzieren. Der Geschmackssinn gewöhnt sich innerhalb weniger Wochen an weniger Salz – danach schmeckt Fertigpizza plötzlich versalzen.
Wenn Salz, dann jodiertes und fluoridiertes Speisesalz: So werden Schilddrüse und Zähne mitversorgt. Für Babys unter einem Jahr gilt: gar nicht salzen.
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