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Essstörung

Medizinab 13 J.
Essstörungen sind ernste seelische Erkrankungen: Essen und Gewicht beherrschen das Denken. Sie sind behandelbar – je früher, desto besser.

Essstörungen sind psychische Erkrankungen, bei denen Essen, Gewicht und Körperbild das Denken und Fühlen bestimmen – sie haben nichts mit Eitelkeit oder fehlender Disziplin zu tun. Die drei häufigsten Formen sind Magersucht (Anorexie), Ess-Brech-Sucht (Bulimie) und die Binge-Eating-Störung mit wiederkehrenden Essanfällen – Letztere ist die häufigste und wird oft übersehen.

Meist beginnen sie im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter, aber niemand ist zu alt oder zu jung, und auch Jungen und Männer sind betroffen. In der KiGGS-Studie des RKI zeigte etwa jedes fünfte Kind zwischen 11 und 17 Jahren in einem Fragebogen Anzeichen eines auffälligen Essverhaltens – noch keine Diagnose, aber ein Grund, aufmerksam zu sein. Wichtig: Eine Essstörung sieht man Menschen nicht an. Sie kann bei jedem Körpergewicht bestehen – auch bei Normal- oder Übergewicht.

Warnzeichen, auf die Eltern und Freunde achten können: ständiges Reden über Kalorien und Figur, Ausreden beim gemeinsamen Essen, heimliches Essen oder Verschwinden nach den Mahlzeiten, exzessiver Sport, Rückzug, Stimmungsschwankungen, bei Mädchen eine ausbleibende Regel. Strenge Diäten gehören zu den wichtigsten Auslösern – deshalb schlagen die Beealth-Rechner unter 18 Jahren kein Abnehmziel vor; im Mittelpunkt stehen Familienroutinen und Wachstum.

Was hilft? Frühes Handeln. Der erste Schritt ist ein Gespräch ohne Vorwurf („Ich mache mir Sorgen um dich“), der zweite die Haus- oder Kinderarztpraxis. Behandelt wird mit Psychotherapie, bei Bedarf in einer Tagesklinik oder Klinik; je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen auf Genesung. Angehörige dürfen sich ebenfalls Unterstützung holen – Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen sind auch für sie da.

Anlaufstellen, die anonym helfen: das Beratungstelefon zu Essstörungen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, kurz BIÖG (früher BZgA), unter 0221 892031, die „Nummer gegen Kummer“ für Kinder und Jugendliche unter 116 111 und das Elterntelefon unter 0800 111 0 550 – die beiden letzten kostenlos. In seelischer Not ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenlos unter 0800 111 0 111 erreichbar, bei akuter körperlicher Gefahr der Notruf 112.

Wusstest du? Die Binge-Eating-Störung ist die häufigste Essstörung überhaupt, wurde aber erst 2013 im US-Diagnosehandbuch DSM-5 als eigenständige Diagnose aufgenommen. Wer regelmäßig Essanfälle mit Kontrollverlust erlebt, hat kein „Disziplinproblem“, sondern Anspruch auf Hilfe.
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📅 Stand: 19. September 2026✔️ Redaktionell geprüftÜber BeealthFAQFehler melden? Im Lexikon mitmachen

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