🐝 Beealth · Gratis-Guide „Portions- & Kalorien-Spickzettel“ · beealth.com
beealth Gratis-Guide · Nr. 3

Der Portions- und Kalorien-Spickzettel

Alles, was du im Alltag wirklich brauchst, auf wenigen Seiten: Portionsgrößen mit den eigenen Händen abschätzen, das Tellermodell im Kopf haben, Kalorien der häufigsten Lebensmittel kennen, clevere Tauschideen – und die Formel, mit der du deinen eigenen Bedarf berechnest. Zum Ausdrucken für den Kühlschrank.

Lesezeit 10 MinutenNachschlagewerkStand September 2026beealth.com

1. Portionen mit der Hand messen

Du brauchst keine Küchenwaage, um Portionen einzuschätzen. Deine Hand wächst mit dir und passt zu deinem Körper – bei Kindern gelten deshalb die Kinderhände, nicht die der Eltern. Das Bundeszentrum für Ernährung und die DGE nutzen dieselben Handmaße.

Handflächeeine Portion Eiweiß: Fleisch, Fisch, Tofu – etwa 100 bis 120 g
Fausteine Portion Gemüse oder Obst – etwa 150 g; zwei Fäuste pro Mahlzeit
Hohle Handeine Portion Beilage: Reis, Nudeln, Kartoffeln (gekocht) – etwa 120 bis 150 g
Daumeneine Portion Fett: Öl, Butter, Nussmus – etwa 10 g oder ein Esslöffel
Daumenspitzeein Teelöffel: Honig, Zucker, Mayonnaise – etwa 5 g
Zwei Händeeine Portion Salat oder Rohkost – so viel, wie in beide Hände passt

Käse: zwei Finger (etwa 30 g). Nüsse: eine kleine geschlossene Hand (etwa 25 g). Brot: eine Scheibe entspricht der Handfläche ohne Finger.

2. Das Tellermodell

Das Tellermodell macht ausgewogenes Essen sichtbar, ohne zu rechnen. Es gilt für Mittag- und Abendessen – und funktioniert genauso auf dem Kinderteller, in der Bowl und beim Restaurantbesuch.

„5 am Tag“ nach DGE

Drei Portionen Gemüse (etwa 400 g) und zwei Portionen Obst (etwa 250 g) täglich. Eine Portion ist eine Faust – bei Kindern die Kinderfaust. Tiefkühlgemüse zählt genauso, ein Glas Saft höchstens als eine der fünf Portionen.

3. Kalorientabellen

Alle Werte sind gerundete Durchschnittswerte (Bundeslebensmittelschlüssel und Herstellerangaben). Je nach Sorte, Zubereitung und Marke schwanken sie um zehn bis zwanzig Prozent – für den Alltag reicht die Größenordnung völlig.

Beilagen und Getreide

Lebensmittelkcal je 100 gÜbliche Portionkcal je Portion
Vollkornbrot2101 Scheibe (50 g)105
Weißbrot, Toast2501 Scheibe (30 g)75
Brötchen2701 Stück (55 g)150
Haferflocken37050 g185
Reis, gekocht130150 g195
Nudeln, gekocht150150 g225
Kartoffeln, gekocht70200 g140
Pommes frites300150 g450
Bulgur, Couscous, gekocht120150 g180
Müsli mit Zucker40050 g200

Gemüse und Obst

Lebensmittelkcal je 100 gÜbliche Portionkcal je Portion
Gurke, Salat, Tomate, Zucchini, Paprika, Brokkoli, Spinat12–35150 g20–50
Karotte, Rote Bete, Kürbis30–45150 g45–65
Erbsen, Mais80–90100 g80–90
Beeren, Wassermelone, Orange35–50150 g55–75
Apfel, Birne551 Stück (150 g)80
Banane901 Stück (120 g)110
Weintrauben, Kirschen65–70150 g100
Avocado160½ Stück (70 g)110
Trockenobst (Rosinen, Datteln)280–30030 g90

Eiweißquellen und Milchprodukte

Lebensmittelkcal je 100 gÜbliche Portionkcal je Portion
Hähnchenbrust, Putenbrust110120 g130
Rinderhackfleisch (20 % Fett)250120 g300
Lachs200120 g240
Kabeljau, Seelachs80120 g95
Ei1501 Stück (60 g)90
Tofu120120 g145
Linsen, gekocht115150 g170
Kichererbsen, Bohnen, gekocht120–150150 g180–225
Magerquark70200 g140
Naturjoghurt (3,5 %)65150 g100
Fruchtjoghurt100150 g150
Milch (3,5 %)65200 ml130
Hüttenkäse100100 g100
Gouda, Emmentaler350–3801 Scheibe (30 g)110
Wurst (Salami, Leberwurst)330–45030 g100–135

Fette, Getränke und Snacks

Lebensmittelkcal je 100 g / mlÜbliche Portionkcal je Portion
Olivenöl, Rapsöl8801 EL (10 g)90
Butter, Margarine7401 TL (10 g)75
Nüsse, Mandeln600–650kleine Handvoll (25 g)155
Erdnussmus, Nussmus6001 EL (15 g)90
Wasser, ungesüßter Tee, Kaffee schwarz0beliebig0
Cola, Limonade40Dose (330 ml)140
Apfelsaft, Orangensaft45Glas (200 ml)90
Milchkaffee, Cappuccino35Tasse (200 ml)70
Bier420,5 l210
Wein70Glas (0,2 l)140
Schokolade5404 Stücke (20 g)110
Chips530Handvoll (30 g)160
Gummibärchen345Handvoll (30 g)105
Kekse, Butterkekse4803 Stück (25 g)120
Croissant4001 Stück (60 g)240
Speiseeis2001 Kugel (60 g)120
Popcorn, selbst gemacht (wenig Fett)380Schüssel (30 g)115

4. Tausch-Ideen

Abnehmen heißt selten „weglassen“, meistens „anders wählen“. Diese Tauschpaare schmecken vertraut, sättigen gleich gut oder besser – und machen über eine Woche mehrere tausend Kalorien Unterschied, ohne dass es sich nach Verzicht anfühlt.

StattLieberUnterschied
Cola oder Limonade (330 ml)Wasser mit Zitrone oder Saftschorle 1:3≈ 100–140 kcal
Fruchtjoghurt (150 g)Naturjoghurt mit frischen Beeren≈ 40 kcal + weniger Zucker
Müsli mit Zucker (50 g)Haferflocken mit Zimt und Apfel≈ 30 kcal + länger satt
Pommes (150 g)Ofenkartoffeln mit 1 TL Öl≈ 250 kcal
Sahnesoße (100 ml)Joghurt- oder Tomatensoße≈ 150 kcal
Weißbrot mit WurstVollkornbrot mit Hüttenkäse und Tomate≈ 80 kcal + Ballaststoffe
Chips (Handvoll)Popcorn, selbst gemacht, oder Gemüsesticks mit Hummus≈ 50–100 kcal
Milchkaffee mit SirupCappuccino ohne Sirup≈ 80 kcal
Hackfleisch 20 % (120 g)Hackfleisch 5 % oder halb Hack, halb Linsen≈ 150 kcal
CroissantVollkornbrötchen mit Frischkäse≈ 90 kcal
Nudeln (200 g) mit wenig GemüseNudeln (120 g) mit doppelt Gemüse≈ 100 kcal + mehr Volumen
Bier (0,5 l) am Abendalkoholfreies Bier oder Wasser mit Minze≈ 100–210 kcal

5. Die Formel für deinen Bedarf

Wie viele Kalorien du brauchst, lässt sich gut schätzen. Der Grundumsatz ist die Energie, die dein Körper in völliger Ruhe verbraucht; der Gesamtumsatz ist Grundumsatz mal Aktivität.

Mifflin-St Jeor (1990) – die genaueste Alltagsformel

FürGrundumsatz in kcal pro Tag
Frauen10 × Gewicht (kg) + 6,25 × Größe (cm) − 5 × Alter (Jahre) − 161
Männer10 × Gewicht (kg) + 6,25 × Größe (cm) − 5 × Alter (Jahre) + 5

Harris-Benedict (überarbeitet 1984) – der Klassiker zum Vergleich

FürGrundumsatz in kcal pro Tag
Frauen447,6 + 9,25 × Gewicht (kg) + 3,10 × Größe (cm) − 4,33 × Alter
Männer88,4 + 13,4 × Gewicht (kg) + 4,80 × Größe (cm) − 5,68 × Alter

Aktivitätsfaktor (PAL)

FaktorAlltag
1,2überwiegend sitzend, kaum Bewegung
1,4Büro oder Schule mit Wegen zu Fuß, Haushalt, Kinder
1,55viel auf den Beinen oder drei Sporteinheiten pro Woche
1,7–1,9körperlich anstrengende Arbeit oder tägliches Training

Beispiel

Mann, 45 Jahre, 180 cm, 92 kg, Büroalltag mit Spaziergängen: Grundumsatz = 920 + 1.125 − 225 + 5 = 1.825 kcal. Gesamtumsatz = 1.825 × 1,4 = 2.555 kcal. Sanftes Abnehm-Ziel: 2.555 − 400 = rund 2.150 kcal pro Tag – etwa 0,4 kg pro Woche.

Drei Regeln fürs Defizit

1. Höchstens 300 bis 500 kcal unter dem Gesamtumsatz. 2. Nie unter den Grundumsatz. 3. Ein Kilo Körperfett entspricht grob 7.000 kcal – doch mit sinkendem Gewicht sinkt auch der Umsatz, das Tempo lässt deshalb nach. Rechne alle fünf Kilo neu. Der Kalorienbedarf-Rechner auf beealth.com/rechner/ übernimmt das für dich.

Die Formeln gelten für gesunde Erwachsene. Für Kinder und Jugendliche werden keine Kalorien berechnet – sie wachsen und brauchen mehr, nicht weniger. In Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Bedarf; Fragen dazu gehören zur Hebamme oder Frauenärztin.

6. Nährstoff-Richtwerte

NährstoffRichtwert (Erwachsene)Woher
Eiweiß0,8 g je kg Körpergewicht; beim Abnehmen und ab 65 Jahren sind 1,0 bis 1,2 g je kg sinnvoll, um Muskeln zu erhaltenHülsenfrüchte, Quark, Eier, Fisch, Geflügel, Tofu
Fettetwa 30 % der Energie, überwiegend ungesättigtRapsöl, Olivenöl, Nüsse, fetter Seefisch
Kohlenhydratemehr als die Hälfte der Energie, bevorzugt VollkornVollkornbrot, Haferflocken, Kartoffeln, Hülsenfrüchte
Ballaststoffemindestens 30 g pro TagVollkorn, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Leinsamen
Zucker (frei zugesetzt)unter 10 % der Energie, besser unter 5 % – das sind etwa 25 bis 50 g pro TagWHO; Cola, Süßigkeiten, Fruchtjoghurt zählen
Salzunter 6 g pro Tag (WHO: unter 5 g)Brot, Wurst, Käse, Fertiggerichte liefern das meiste
Wasseretwa 1,5 Liter trinken, bei Hitze und Sport mehrWasser, ungesüßter Tee; Wasserbedarf-Rechner auf beealth.com

Werte nach den Referenzwerten der DGE und den Empfehlungen der WHO. Für Kinder gelten altersabhängige Werte – dort sind Vielfalt und Vorbild wichtiger als Zahlen.

7. Satt werden – und bleiben

Eiweiß in jede Mahlzeit

Ein Viertel des Tellers. Eiweiß sättigt länger als Kohlenhydrate und Fett und hält beim Abnehmen die Muskeln.

Volumen durch Gemüse

Der Magen meldet „satt“ über Dehnung. Gemüse und Salat füllen für wenige Kalorien – deshalb die Hälfte des Tellers.

Langsam essen

Das Sättigungssignal braucht 15 bis 20 Minuten. Besteck zwischendurch ablegen, ohne Bildschirm essen, gut kauen.

Wasser vor dem Essen

Ein großes Glas vor der Mahlzeit dämpft den ersten Hunger. Durst wird oft mit Hunger verwechselt.

Vollkorn statt Weißmehl

Ballaststoffe verzögern die Verdauung und halten den Blutzucker gleichmäßiger – weniger Heißhunger am Nachmittag.

Schlaf und Bewegung

Zu wenig Schlaf erhöht den Appetit auf Süßes; Bewegung reguliert ihn. Beides gehört zu jeder Abnehm-Woche dazu.

8. Ein Wort zur Fürsorge

Zahlen sind Werkzeug, nicht Wahrheit

Kalorientabellen helfen, Größenordnungen zu verstehen – niemand muss jeden Bissen zählen. Wenn du merkst, dass Zahlen, die Waage oder Essensregeln deinen Tag bestimmen, dir Angst machen oder du Mahlzeiten auslässt, sprich bitte mit einer vertrauten Person oder mit Fachleuten. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, kurz BIÖG (früher BZgA), berät anonym am Beratungstelefon zu Essstörungen unter 0221 892031 und informiert auf essstoerungen.bioeg.de; die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos unter 0800 111 0 111 erreichbar. Bei Untergewicht ist ein Defizit nie das Richtige.

Und für Familien: Kinder brauchen keine Kalorientabelle. Sie brauchen bunte Teller, gemeinsame Mahlzeiten, Bewegung draußen und Eltern, die entspannt mit Essen umgehen. Bei Fragen zum Gewicht eines Kindes ist die Kinderärztin die richtige Adresse – sie beurteilt mit Perzentilen, nicht mit dem Erwachsenen-BMI.